Willkommen bei den Guttemplern in Wedel

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„Was ist Sucht und wie entsteht sie?“

Referenten: Dipl. Psych. Silke Lorenzen

Ingrid Groth - Ein Bericht unserer Gemeinschaft vom 07.12.2015

Vorsitzender Dieter Groth begrüßt alle herzlich besonders Frau Lorenzen.

Nun hat es endlich mit einem Termin geklappt.Frau Lorenzen bedankt sich für die Einladung und erzählt, dass sie ihren Resturlaub 2015 nehmen musste und deshalb den Termin am 23.11. nicht wahrnehmen konnte.
Sie bestellt Grüße vom Leiter der Station P21 (Qualifizierte Entgiftungsstation für Suchtkranke) und wir erfahren, dass sie seit mittlerweile elf Jahren im Klinikum Rissen arbeitet und viel von den Betroffenen gelernt hat.
Schon in der frühesten Menschheitsgeschichte gab es Rituale mit Alkohol bzw. Drogen oder Halluzinogenen. Solange diese Stoffe nur für die entsprechenden Rituale angewendet werden, kommt es zu keiner Abhängigkeit.
Seit dem Mittelalter hat sich der Gebrauch alkoholischer Getränke verselbständigt und durch den schleichenden Verlauf kommt es dann zur Abhängigkeit und zum Kontrollverlust.
Die Gründe für eine Abhängigkeit sind vielfältig und liegen teils in der Lebensgeschichte jedes Einzelnen begründet. Soziale und biologische Faktoren spielen dabei eine große Rolle.
Auch die Verfügbarkeit, psychische Erkrankungen und vor allem Einsamkeit begünstigen Abhängigkeitserkrankungen.
Kinder von Betroffenen werden deutlich häufiger abhängig.
Am 18.07.1968 wurde Alkoholismus von der WHO als Krankheit anerkannt und deren Behandlung damit auch einfacher, denn vielfach wurden zwar die Folgeschäden behandelt, nicht aber die Ursache.
In diesem Falle waren die Guttempler schon wesentlich weiter, denn sie betrachteten schon seit 1851 Abhängige als Kranke und gingen mit ihnen auch dementsprechend wertschätzend um.
Das Gehirn ist ein Organ, welches sich sehr schnell Belohnungen merkt und wer sich früher bei Stress durch Alkohol Entlastung verschaffte, dem wird sein Belohnungssystem immer wieder signalisieren, trink doch einen, dann geht es dir besser.
Positives behält das Gehirn, umlernen fällt schwer.
Wir stellen fest, wer offen mit seiner Abstinenz umgeht dem fällt vieles leichter und er erleichtert seinem Umfeld dadurch auch den Umgang  mit ihm.  
In den meisten Fällen ernten Menschen bei ihrem offenen Umgang mit ihrer Abhängigkeit sehr viel Respekt und sie ersparen sich lange Erklärungen. In den meisten Fällen macht ein Herzkranker aus seiner Krankheit auch kein Hehl.       
Nur als Vorwand sollte niemand die Abhängigkeitserkrankung nehmen, denn dann wird er oder sie schnell nachlässig.  

Dieter Groth bedankt sich bei Frau Lorenzen für ihre Ausführungen und da sie nur über einen Bruchteil ihrer Erkenntnisse berichten konnte, ist dies ein Grund um wieder zu kommen, was sie gern bestätigt. Sie erhält eine Flasche mit leckerem Saft als Dank für ihren Vortrag. Nach ihrem letzten Besuch hat sie lange gesucht, wo es den tollen Saft gibt.