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Blind und alkoholkrank

Mein Mann war blind und alkoholkrank!
Ich bin trockene Alkoholikerin und war viele Jahre Co-abhängig, da auch mein Mann Alkoholiker war (er ist inzwischen verstorben).

Das war eine sehr schwere Zeit, da mein Mann von Geburt an blind war. Wenn er von der Arbeit kam, haben meine Tochter oder ich  ihn vom Bus abgeholt. Des Öfteren war er dann schon, weil betrunken, an einer früheren Bushaltestelle ausgestiegen oder gar nicht erst in den Bus eingestiegen, was wir aber nicht wussten.
Um diesen Druck, den ich empfand, besser ertragen zu können, trank ich ab und zu einen  Korn. Erst abends, dann aber auch tagsüber. Ganz schnell merkte ich, dass ich das Trinken nicht mehr steuern konnte und in die Abhängigkeit abgerutscht war. Mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe schaffte ich es trocken zu werden. Mein Mann hatte eine 8-wöchige stationäre Entwöhnungsbehandlung mitgemacht. Aber ein paar Wochen später ist er wieder rückfällig geworden. In dieser Zeit habe ich ihn oft bei seinem Arbeitgeber entschuldigt, da er nicht in der Lage war zu arbeiten.
Oft war er auch gar nicht nach Hause gekommen und hat bei einem Freund übernachtet. Fünf Jahre nach der ersten Entwöhnungsbehandlung  machte mein Mann eine zweite Therapie von einem halben Jahr und blieb dann bis zu seinem Tod trocken. Kurz nachdem er gestorben war, hatte ich einen Rückfall und kam da allein nicht wieder heraus. Durch eine Freundin, die sich sehr um mich kümmerte, lernte ich die Guttempler kennen. Dort wurde mir sehr geholfen wieder trocken zu werden. Dann wurde ich Mitglied und bin seitdem trocken.                  
Ingrid Sietz